Die Zeit vor meinem Austausch war für mich jetzt im Nachhinein fast die aufregendste und tollste Zeit überhaupt.
Die Vorfreude, das Warten auf die Nachricht eine Gastfamilie zu haben, Abschied nehmen und letztendlich auch das Abfliegen waren totale „Adrenalinschübe“. Natürlich auch voll mit Tränen und Unsicherheit.
"war das die richtige Endscheidung?", "soll ich doch lieber hier bleiben?" ....Fragen über Fragen stiegen mir in den Kopf als ich in den Flieger richtung Amerika stieg. Doch diese verschwanden sehr schnell wieder als ich Chicago aus dem Flugzeug sehen konnte: Amerika pur!
Als ich endlich an meinem Zielflughafen in Billings, MT angekommen war, war mir klar, dass mein nun folgendes Jahr jetzt, in diesem Augenblick begonnen hatte. Ich traf meine Gastfamilie und war überglücklich endlich angekommen zu sein! Ich war total erschöpft und glücklich zugleich den weiten Weg von Deutschland nach Amerika ganz alleine geschafft zu haben! Dazu kam, dass ich sehr hungrig war. Tollerweise ist meine Gastfamilie direkt mit mir in ein sehr cooles Steakhouse essen gefahren.. so richtig amerikanisch.
Nach einem Einkaufsbummel durch Walmarkt und langem Warten auf mein Gepäck ( das erst am späteren Abend ankam.) fuhren wir endlich nach Hause! Die Fahrt war total endspannt und so schlief ich auch direkt ein :)
Die ersten Tage waren sehr aufregend, viele Leute aus dem Dorf waren bei uns zuhause um mich kennen zu lernen und um Sachen über mich zu erfahren, mich zu sich einzuladen und um mir die anfängliche angst zu nehmen. Das gelang ihnen auch recht schnell und durch meinen Gastbruder gewann ich schnell viele Freunde und verlor nach und nach die angst vor dem sprechen. Irgendwann war ich dann gar nicht mehr „die neue“. natürlich war aber doch nicht alles ungewohnt: das Essen, die Umgebung, die Familie.
Der erste schultag war dann auch gar nicht so schlimm wie gedacht, die leute waren alle sehr sehr offen und die lehrer hatten alle sehr viel verständnis für sprachprobleme und somit auch probleme mit dem verfolgen des unterrichtsgeschehen. aber mit viel viel offenheit, unternehmungslustigkeit und ein bisschen selbstbewusstsein, ist das schulleben gar nicht so schwierig:P
Der sogenannte "school spirit" überwältigte mich total... der Sport und die Gemeinschaft stand an meiner Schule ganz weit oben und es tat einfach super gut! jeder kam mit jedem klar und somit waren wir Austauschschüler direkt in die Gruppe mit aufgenommen. Die Sportaktivitäten nach der Schule und an den Wochenenden machten es sehr leicht neue Freunde zu finden und kaum Heimweh zu haben. irgendwann hatte ich mich dann schon sehr gut eingelebt, auch wenn meine Gastfamilie mir von tag zu tag seltsamer vorkam!
Mein Geburtstag und Weihnachten waren gar nicht so schlimm, ich hatte kein Heimweh und genoß das amerikanische Weihnachten. allerdings fühlte ich mich in meiner Gastfamilie von mal zu mal unwohler, meine Gastmutter war sehr faul und nutze mich sehr aus, indem ich mit meinen Gastgeschwister sehr viel putzen musste und mein Gastvater mir von mal zu mal mehr hinterher lief und mir ein schlechtes Gewissen wegen sehr doofer, nicht wichtiger Dinge, einreden wollte! dazu kam, dass das Verhältnis in meiner Familie sehr kühl war und für mich doch sehr ungewöhnlich. Da ich aber sehr eingebunden war in Schulaktivitäten und viel mit meinen Freunden weg war, habe ich anscheinend das Unwholsein verdrängt. Als meine Freunde und Lehrer mich immer mehr darauf aufmerksam machten, dass ich doch sehr verändert aussah, nicht mehr so viel lachte, nicht mehr so viel aß, einfach anders war, sprach mich auch meine Betreuerin des Öfteren an und auch sie bestätigte mir, dass ich anders war. Nnach langem Hin und Her entschied ich mich am 04.04.2007 dafür, die Gastfamilie zu wechseln. In einer sehr schnellen Aktion, wechselte ich meine Familie und zog nur ein paar Straßen weiter. dies war eine sehr schwierige Endscheidung, da ich auch gute Erfahrungen in der ersten Familie gesammelt hatte. Jedoch, im Nachhinein, die schlechten Erfahrungen überwogen. In dieser Zeit war ich sehr schlecht gelaunt, hatte Heimweh und hatte auch den Wunsch abzubrechen. Dazu kam, dass meine Tante im März verstorben war und auch davon noch sehr viel Schmerz und Heimweh übrig war. Zu dieser Zeit war alles zu viel für mich! Mein Gastvater der ersten Familie konnte den Umzug anscheinend nicht verkraften und versuchte mich oft beim Training nach der Schule abzufangen, mich anzurufen oder zu besuchen um mich zu überreden zurück zu ziehen! Nach Drohung mit der Polizei und Gesprächen zwischen Gastvater 1 und 2 hörte dies zum Glück auf.
Mein Gastbruder kam auch nicht damit klar, dass ich ausgezogen war und erzählte böse Sachen über mich im Dorf, meine alte Gastmutter redete nicht mehr mit mir, meine Gastschwester wollte auch noch viel kontakt und war wohl sehr traurig und mein Gastvater, ja der schrieb mir noch eine email die nicht jugendfrei war!
Meine Freunde, meine neue Familie und meine Lehrer halfen mir sehr, wirklich sehr viel und ich bin sehr froh diesen Schritt getan zu haben. Durch ihn, wurden diese zwei letzten Monate, die besten im ganzen Jahr!
Meine wirklichen freunde standen mir zur Seite und meine neue Gastfamilie nahm mich auf wie eines ihrer eigenen Kinder. Auf einmal hatte ich die Verantwortung einer großen Schwester und super liebe, tolle Eltern! Da ist es natürlich klar, dass mir der Abschied in Amerika sehr schwer viel. Jetzt weiß ich jedoch, dass ich immer einen Platz dort haben werde und ich eine echte, zweite Familie in meinem Leben gefunden habe!!!!
Ein Austauschjahr besteht nicht nur aus tollen Erfahrungen-es kann auch mal etwas schief gehen. Im Endeffekt, sind die schlechten Erfahrungen im Nachhinein meistens die besten Entscheidungen die ein Austauschjahr ausmachen!
Forum » Informationen zum Austausch » Artikel von Usern » Ein Austauchjahr in den USA nahm ein Happy endAutor
Ein Austauchjahr in den USA nahm ein Happy end
Guter Bericht, hab' ihn sehr gerne gelesen & freut mich, dass es am Ende doch so gut geklappt hat. :)
Hast du deine 2. Familie dadrüben schonmal wiedergtroffen oder planst du mal hinzufliegen? :>
Meine Homepage__Mein Blog
Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur.
Oscar Wilde
Hast du deine 2. Familie dadrüben schonmal wiedergtroffen oder planst du mal hinzufliegen? :>
Meine Homepage__Mein Blog
Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur.
Oscar Wilde
danke:)
ich plane nach meinem abi wieder hinzufliegen, also in 2 jahren..:(
lg anni
ich plane nach meinem abi wieder hinzufliegen, also in 2 jahren..:(
lg anni
ich denke das du sehr viel mehr gewachsen sein wirst durch die schlechten erfahrungen als schüler, die durchweg nur positives hatten. auch darauf kannst du sehr stolz seinl
Seiten (1): 1





