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Neuseeland, Leben am anderen Ende der Welt

Neuseeland – Leben am anderen Ende der Welt

„Schafe und Kiwis“, das sind die ersten zwei Dinge, die einem zu Neuseeland einfallen.

Vor ca. einem Jahr habe ich mich entschlossen dieses Land am anderen Ende der Welt etwas näher kennen lernen zu wollen und habe mich für ein Auslandsschuljahr in Neuseeland beworben. Ja man muss sich bewerben, aber wenn man rechtzeitig dran ist und sich nicht allzu blöd anstellt, sollte es kein Problem sein angenommen zu werden.

Kurz vor meinem Abflug war ich im, meiner Meinung nach, größten Gefühlschaos meines bisherigen Lebens gefangen: Vorfreude auf die Zeit, weit weg von zu Hause, voller neuer Erfahrungen, Panik davor mit meiner Gastfamilie nicht klarzukommen und mit meinen 4 ½ Jahren Schulenglisch nicht klarzukommen und außerdem die Angst davor meine Familie, meine Freunde und vor allem meinem Freund zu Hause lassen zu müssen.

Meine Gefühle spielten vollkommen verrückt und ich hätte manchmal am liebsten alles abgeblasen.

Seit Anfang Februar 2008 bin ich nun hier - in Christchurch auf der Südinsel Neuseelands- und habe mich, nach anfänglich ziemlich großem Heimweh, gut eingelebt. Ich lebe in meiner Gastfamilie, die aus meinem Gastvater, meiner Gastmutter, meiner japanischen Gastschwester und zwei kleinen (10 und 5 Jahre alten) Gastbrüdern besteht, und besuche eine Mädchenschule mitsamt Schuluniform, in der ich mich am Anfang ziemlich hässlich fand, mich aber inzwischen daran gewöhnt habe.

Da sind wir auch schon bei einem der größten Unterschiede zu Deutschland: Die Schule.
Hier habe ich nur 6 Fächer, wovon in der 12. Klasse nur Englisch verpflichtend und der Rest frei gewählt ist, anstatt meinen 13 Fächern in Deutschland und außerdem besuche ich hier mit meinen fast 16 Jahren die 12. und nicht die 10.Klasse. Jeden Tag habe ich 5 Fächer, aber trotzdem geht die Schule von 8.45 Uhr- 15.15 Uhr. Wie das sein kann? Zuerst trifft man sich in seiner „Form Class“, was einer deutschen Klassenleiterstunde entsprechen würde, nur dass es hier jeden Morgen 10 Minuten sind, in denen man wichtige Informationen und Nachrichten bekommt. Danach finden zwei jeweils 60 Minuten lange Stunden statt und darauf folgt der 20-minütige „Interval“, oder auch „morning tea“ genannt. Dann besuchen alle ihre 3.Stunde, worauf dann die „lunch hour“ folgt, in der man entweder nur Essen und herum sitzen und reden kann, oder aber verschiedenen Aktivitäten folgen kann. Man kann unter anderem einen der 400 frei zugänglichen Computer mit Internetanschluss nutzen, oder aber ein Buch, eine Dvd oder eine CD in der Bibliothek ausleihen. Zudem kann man verschiedenen Sportarten nachgehen, sich mit einem Lehrer treffen und sich ein nicht verstandenes Thema noch einmal erklären lassen, sich im „Career Centre“ über verschiedene Berufe und ihre Zukunftsaussichten informieren und beraten lassen oder aber als „International“, wie ich es bin, ins „International Office“ gehen und zum Beispiel Probleme mit der Gastfamilie oder dem Schulalltag ansprechen und immer ein offenes Ohr finden. Anschließend finden die letzten beiden Stunden des Tages statt und dann kann man entweder nach Hause gehen oder noch Sport machen und das Internet oder die Bibliothek nutzen. Dann sind noch Hausaufgaben zu machen, die aber in den meisten Fächern hier nie kontrolliert werden, deshalb gehen viele Schülerinnen lieber direkt nach der Schule in die Stadt oder an den Strand. Da dort alle Schüler und Schülerinnen der Stadt mit ihren verschiedenen Uniformen hingehen, lässt sich immer genau erkennen, wer von welcher Schule kommt.


Am Nachmittag oder am Wochenende gibt es hier in der „Garden City“ Christchurch viel zu erleben. Man kann sich eine der vielen Sehenswürdigkeiten, z.B. die Cathedrale, anschauen, nach Hamner Spring zu den warmen Thermenbädern fahren, an den Strand gehen und surfen lernen oder einfach nur in die Mall gehen, was man hier sehr oft tut, weil es einfach so viele gibt und man dort alles findet von Essen über Tesafilm und Hefte bis zu Kleidern. Eine Mall entspricht der Aschaffenburger City Gallery, nur ungefähr doppelt so groß und es gibt 9 Stück davon in der 350.000 Einwohnerstadt Christchurch.

Nach ca. 1 ½ Monaten hier am anderen Ende der Welt fühle ich mich hier inzwischen ziemlich wohl, auch wenn ich viele Dinge an Deutschland vermisse (z.B. Deutsches Brot…hier gibt es nur Toast) und weiß, dass mein Leben zu Hause bestimmt um einiges einfacher wäre als hier, wo ich am Anfang niemanden und nichts kannte. Und außerdem habe ich in der Zeit, die ich schon hier bin, festgestellt, dass Neuseeland mehr ist als Schafe und Kiwis. Neuseeland sind freundliche Menschen, die sogar dem Busfahrer beim aussteigen danke sagen und einem IMMER helfen, wenn man eine Frage oder ein Problem hat.

Neuseeland ist ein Land, indem man auf der anderen Straßenseite fährt und somit als Ausländer aufpassen muss, nicht überfahren zu werden, wenn man die Kreuzung schräg überquert, wie es hier alle tun. Neuseeland ist das Paradies am anderen Ende der Welt.
Total schöner Bericht.

Zitat:
(z.B. Deutsches Brot…hier gibt es nur Toast)



Smilie Ich glaube das geht wirklich vielen so. Es gibt dinge die werdem einem erst bewusst wenn sie einem fehlen.

Hallo,
vielen Dank für dienen interessanten Bericht, mich würde interessieren, falls es dir nicht zu persönlich ist, wie du das mit deinem Freund geregelt hast?
grüße
toller bericht
mich würde mal interessieren was du gewählt hast weil ich geh auch nach neuseeland ich ich weiß noch nich so was ich wählen soll
Wirklich schöner Bericht :)
In 4 Tage bin ich aufem Weg nach Christchurch :)
Das klingt echt verdammt schön :) (besonders die Schule Smilie)
Ich habe ja eigentlich den Wunsch mal einen längeren Austausch in den USA zu machen, das ist im Moment einfach mein Lieblingsland, aber ich bin im Internet auch mehr oder weniger über einen Bericht mit Bildern von Neuseeland gekommen.
Traumhaftes Land, besonders Auckland soll ja herrlich sein. Sollte ich tatsächlich mal die Wahl haben wird es schwer sein mich zu entscheiden.
Ich bin auch in Christchruch !!! :)
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