leute, diejenigen, die sich meine story reinziehen wollen, haelt euch fest:
ich lebe seit 7 monaten in japan, junge 18, 165cm und hatte ein schweizerisches gewicht von 60 kg. ich habe mir nie gross einen kopf um mein gewicht gemacht.
dann kam ich hier her.
mein essensstil veraenderte sich chronisch. ich wuerde nicht sagen, zum schlechten. gesuender als zuhause, sicherlich.
japanische high school schueler haben schuluniformen, so, ich gebrauche meine privat kleidung nicht wirklich oft. so fiel mir nach drei monaten erstmals auf, dass ich meine jeans nicht mehr schliessen kann.
am selben tag noch ging ich auf die waage. und ich hatte verdammte zehn kilo mehr.
gut, so schlimm kann das nicht sein, dachte ich. ich esse hier ernaehrigstechnisch sicherlich nicht mehr, als zuhause, sagte ich mir. und; ich bin im volleyball team meiner high school. und japaner tranieren hart. und sie trainieren taeglich. vier bis sechs mal die woche, mindestens drei stunden pro trainingseinheit.
es ist anstrengend, aber ich liebe volleyball. und mein team.
also dachte ich, belassen wir es dabei, und schob die gedanken wieder bei seite.
zwei monate spaeter fiel mir auf, wie hoch ich den faltenrock meiner schuluniform ziehen muss, damit ich ihn schliessen kann. ziemlich hoch, die taille. meine gastmutter lachte und fand, ich sei halt ein pummelchen- pummelchen, was zur hoelle?? ab zur waage.
sechsundsiebzig kilogramm. ich holte alte fotos heraus, geknipst vor meiner abreise und mir fiel auf, wie viel schlanker mein gesicht war, meine oberarme, mein bauch, meine beine.
ich haette aus dem fenster springen koennen.
von da an wurde es extrem uebel. ich hatte probleme mit essen. ich fuehlte mich wie ein dicker, fetter, haesslicher elefant unter all den kleinen und schlanken japanerinnen.
ich konnte nicht essen in publik, "guckt euch die fette auslaenderin in der schuluniform an, wie sie frisst", denken sie.
ich versuchte, meine essgewohnheiten zu andern, regulierte die mahlzeiten. ich nahm nicht ab.
wenn meine gastmutter morgens nicht aufstand, ass ich kein fruhstuck mehr, ich begann, mein mittagessen in der schule wegzuwerfen. (japanische schueler nehmen taeglich das mittagessen mit in die schule).
ich nahm nicht ab.
schliesslich erzaehlte ich meinen gasteltern, ich wuerde mit freunden essen gehen und braeuche kein abendessen. in wahrheit wanderte ich irgendwo herum und ass nichts. an tagen, an denen ich zuhause abendessen ass, ging ich zuesaetzlich joggen, obwohl ich bereits ausgelaught vom club training war.
endlich begann ich, abzunehmen. in nur acht wochen verlor ich zehn kilo. ich fuehlte mich besser, aber meine gastfamilie war skeptisch. schliesslich bin ich dann im training zusammengebrochen. da kam meine gastfamilie hinter mein essverhalten. fazit: totale kontrolle.
ich musste einsehen, dass das nicht normal ist.
item, kaum ass ich gleich wie vorher, war die waage wieder bei siebenundsechzig kilogramm.
und es ist auch jetzt noch so. und ich koennte verdammt noch mal heulen! und ich fuehle mich nach wie vor wie ein fetter, haesslicher, auslaendischer elefant!!
wie auch immer.
die chapterpreaseidentin meiner ogranisation hat mir schliesslich erklaert, dass der koerper in ausnahmezustanden halt massnahmen ergreift.
ich bin sehr sensibel. ich hoffe, dass diese verfluchten fettschichten, die mich verunsalten, eine art schutzreaktion meines koerper ist auf dieses unnatuerliche zuhause meinerseits..
ich denke, vor allem, weils das ist, was man munkelt, dass ich back to normal gehen werde, sobald ich zuhause bin.
mein austauschjahr waere perfekt, wenn das gewicht nicht waer.
was ich eigentlich sagen will: fettansetzten tut der koerper nicht nur dann, wenn man zu viel isst...
und fuer alle, die immer noch behaupten "das ist alles nur eine frage der disziplin" und "wer fett wird im austausch jahr ist selbst schuld", seid verdammt nochmall STILL.