- Begriffserklärung:
Unter dem englischen Begriff „Work & Travel“ versteht man das gleichzeitige Arbeiten und Besichtigen eines fremden Landes. Dadurch finanziert man den Aufenthalt im Ausland gleich vor Ort. Viele Menschen entscheiden sich für diese Methode des „Urlaubs“ um Traditionen, Kultur und Lebenseinstellungen der Einheimischen kennen zu lernen, neue Kontakte zu knüpfen und Sprachkenntnisse zu verbessern.
- Erfahrungen:
Als Work&Travel-Reisender muss man sich in den ersten Wochen an die unterschiedlichen Lebenseinstellungen gewöhnen denn die ersten Schritte im neuen Land gestalten sich schwieriger als gedacht. Je nachdem, ob man durch die Vermittlung einer der zahlreichen „Work & Travel“-Organisationen oder auf eigene Faust in die Ferne fliegt gestaltet sich die Job-und Wohnungssuche als mehr oder weniger schwierig. Der Vorteil bei der Vermittlung durch eine „Work & Travel“-Organisation ist, dass man sich weniger Gedanken über Flüge, Einreisebestimmungen, Unterkunft und andere Formalitäten machen muss. Die Organisationen arbeiten nicht ehrenamtlich, folglich muss mehr Geld investiert werden, wenn man sich die Dienste dieser Organisationen zu Nutze machen will. Positiv dagegen ist, dass man mehr Zeit für die Erforschung des Landes und eine gewisse Sicherheit vor Ort hat.
Vorrangig Jugendliche, die mit der Schule oder Ausbildung fertig sind, wagen den Schritt in dieses Abenteuer. Man hat viel Zeit für sich und lernt auch seine eigene Persönlichkeit besser kennen, denn das Erlebnis auf sich allein gestellt zu sein, fern von Freunden und Familie, prägt und hilft bei der Selbstfindungsphase. Man selbstständiger zu werden und mehr über seine Ausgaben zu wachen, denn wer sich für Work & Travel entscheidet, muss stetig ein Auge über seine Ein- und Ausgaben haben. Der Kontakt zwischen Menschen anderer Kulturen hilft auch Vorurteile abzubauen und offener mit anderen Menschen umzugehen. Viele Menschen entwickeln sich im Gastland weiter und kehren oft mit einem neuen Selbstbewusstsein, einer größeren Unabhängigkeit und neuen Freundschaften in ihre Heimat zurück.
Für viele ist das Erlebnis im Ausland einfach unvergesslich, denn vorrangig überzeugen in den Höhen und Tiefen die positive Erfahrungen welche kleinere Schwierigkeiten und Stolpersteine entschädigen. Oft öffnet das Erlebnis im Ausland die Augen für das wohlhabende Leben in den Westlichen Industrieländern, denn Leistungen, die in Deutschland als selbstverständlich angesehen werden, werden plötzlich in ein neues Licht gerückt. Soziale Absicherung, eine sehr gute Infrastruktur und die gut ausgestatteten öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht in jedem Land eine Selbstverständlichkeit. Nach seiner Rückher lernt man Deutschland und die damit verbundenen Annehmlichkeiten mehr zu schätzen. Die Einstellung gegenüber Ausländern verändert sich und eventuelle Vorurteile werden abgebaut, denn wer selber für einen längeren Zeitraum als Ausländer in einem fremden Land jobbt, kann die Ausländer im eigenen Land besser verstehen.
- Fakten:
Der finanzielle Faktor spielt eine enorm wichtige Rolle. Je nach Land und Region finden sich Jobs nicht bei erster Anfrage und gegebenenfalls dauert es eine längere Zeit bis man die Arbeit antreten kann. Hier kann eine Organisation durchaus unterstützend wirken. Daher sollte einem gespartes Geld bereits bei der Einreise zur Verfügung stehen um nicht in finanzielle Engpässe zu geraten. Die Planung der Finanzen sollte somit vor der Reise klar abgeklärt sein , denn Länder wie beispielsweise die USA haben Regulierungen bezüglich der Arbeitsdauer, die für Rucksacktouristen im Normalfall 4 Monate beträgt. Andere Länder regulieren dies über den Arbeitgeber. In den meisten Fällen sollte das Geld, das im Ausland verdient wird, ausreichen, um ohne zusätzlichen Finanzspritzen aus Deutschland über die Runden kommen zu können. Eine gute Vorbereitung schont die Nerven und bietet einen freudigen Start in ein exotisches Abenteuer.






